POGO, IDS, Fremantle-Score und C/L

Wir kommen immer wieder mal auf die Diskussion darüber, wie man den videolaryngoskopischen Befund mit CMAC & Co dokumentiert. Irgendwie erscheint einem ja Cormack/ Lehane C/L 1… 2… 3… 4… ohne weiteren Kommentar zu wenig. Schreiben wir vC/L für videolaryngoskopisch davor? Das Problem kennen wohl einige, denn es haben sich verschiedene Systeme zur Dokumentation entwickelt… hier mal ein paar davon:

POGO – Nein, wir walzen nicht den Assistenzarzt mit einem gesprungenen Schulterstoss zu Boden und grölen dabei Punksongs… ein bisschen schade vielleicht, aber POGO ist ein leicht zu merkendes Akronym für „percentage of glottic opening„. Wir quantifizieren also die Strecke von vorderer zu hinterer Kommissur der Stimmlippen in Prozent von 0-100 (und wählen dabei hoffentlich ein sinnvolles Mass an Partikulierung… wer 13,473% schreibt, verschwindet zwangsläufig ungehört in einem der Nachtdienste in einem dunklen Nebengang…). Vorteil: Leicht zu merken, wenig fehleranfällig und gut repoduzierbar…

IDS steht für Intubation Difficulty Scale und beeinhaltet 7 Punkte: Anzahl Versuche, Helfer, alternative Techniken, Glottisexposition (nach Cormack & Lehane), Schwierigkeit der Exposition („Kraft“), Larynxmanipulationen (z.B. BURP…) und Stimmbandposition… ich bin ja bekanntermassen etwas einfach gestrickt und ganz ehrlich, ich würde vermutlich die Hälfte vergessen… Komplexität ist nicht immer sinnvoll, zumal in schwierigen oder zeitkritischen Situationen braucht es manchmal eher „Scores für Doofe“… in der Forschung ist das Ganze sicher etwas Schönes.

Der Fremantle-Score besteht aus 3 Anteilen:

  • Sichtbarkeit (View) der Stimmlippen (F-ull, also vollständig einsehbare Stimmlippen, P-artial und N-one, also ohne Darstellbarkeit)
  • Schwierigkeitsgrad (Ease) der Intubation (3 Grade von 1 wie einfach, also im ersten Versuch intubiert bis 3 wie nicht möglich)
  • Verwendetes Atemwegsinstrument (Device), z.B. gum-elastic bougie oder CMAC/ D-Blade (bitte immer in Kombi, es gibt verschiedene Spatel!)

Zusammen liest sich sowas dann P 2 CMAC3, also partiell sichtbar, über 2 Versuche also mittelgradig erschwert und mittels CMAC mit 3er-Spatel eingestellt.

Cormack/ Lehane kennt ihr, nur dass wir das Ganze fürs Videolaryngoskop nutzen.




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