Drücken! REA in a nutshell…

Reanimation und geringes Dienstalter und schon ergibt sich eine koronarspastische Mischung für die ersten Nachmittage mit dem Dienstpiepser. Jetzt nur nichts falsch machen… Oh Gott, oh Gott…

Und gleich hier ein Gedankenstopp:

  1. Kaum was ist so schön in Algorithmen gefasst wie die Reanimation. Einfach anfangen, weiterdrücken, weiterdrücken.
  2. REA in der Klinik ist n Teamsport… auch wenn du der jüngste Nasenbär der Schlafwagenzunft bist, da sind immer dienstalte Intensivisten, Internisten, Anästhesisten oder gut gerüstete Schlachtrösser der klinischen Frontlinien dabei.
  3. Tot ist dein Patient schon. Hälst du dich an den gesunden Menschenverstand und den Algorithmus kann’s nur besser werden.

DON’T PANIC!

Das Gros der Alarme sind glücklicherweise keine reanimationspflichtigen Zwischenfälle und damit liegt der Ball schnell wieder im Feld des internistischen Dienstarzte.

  • Was bewusstlos schnappt oder nicht mehr atmet, wird reanimiert.
  • Medikamentös gibt es grob 2 Schienen abhängig vom Rhythmus ’schockbar’/nicht schockbar‘.
  • An Medis gibts in der ersten Linie nur noch 2 REA-Medikamente: repetitiv 1mg Adrenalin und anderthalb mal 300 mg Amiodaron.
  • Erstmal drücken, nicht absetzen (max. 10 s Pause)!
  • DRÜCKEN 100-120x/min in der Mitte des Sternums, 5-6cm tief, voll entlasten.
  • Solange nicht intubiert 30-2, sobald intubiert mit o.g. Frequenz und üblichen Atemfrequenzen.Im Hintergrund gröhlt einer „You are not aloooooone, we are here with youuhouuuuuu…“ eben, Aufgaben verteilen und gemeinsam retten:
  • Sauerstoff mit FiO2 1,0 dran an den Beutel mit Reservoir und druff die Maske und schön koordiniert ….29, 39… pfffft… 1… 2… 3… 28…29…30 pffft
  • AED/ EKG/ RR/ Sättigung ankabeln
  • Zugang legen (nach 2x frustranem Venenzerballern an i.o. denken!)
  • Medis richten, Infusion anhängen
  • wenn möglich intubieren, dabei Kompressionen max. 10 s unterbrechen („Pause nur bei Passage durch die Glottis“)
  • sobald möglich erste Rhythmuskontrolle
    • schockbar: Kammerflimmer/ Kammerflattern, pulslose Kammertachykardie
    • nicht schockbar: Asystolie, PEA (pulslose elektrische Aktivität)
  • nach AED oder EKG:
    • wenn schockbar: 1. Schock, weiterdrücken, nach 3. Schock Adrenalin 1 mg, dann alle 3-5 Minuten, bzw. alle 2 Schocks
    • wenn nicht schockbar: 1. Ladung Adenalin 1 mg, weiterdrücken und hoffen, dass es dank der proarrhythmogenen Wirkung gleich schockbar wird… bis dahin 1 mg Adrenalin alle 3-5 Minuten, bzw. alle 2 Schocks
    • Amiodaron gibt`s 300 mg nach dem 3. erfolglosen Schock und nach dem 5. nochmal 150 mg

War das nu zu knapp… los kritisiert`s halt mal.




2 Kommentare

  1. RR & Sättigung sind bei fehlendem Kreislauf zweitranging, würde ich behaupten. Und die Grafik erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick.

    Abgesehen davon: Dein Text liest sich etwas entspannter als die mehreren hundert Seiten vom GRC … 😛

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