CMRO2

Nein, das hier ist nicht das hundertste Sequel oder Prequel von Star Wars und kein Android oder Starmechkürzel à la R2D2, sondern schlicht die Abkürzung für:

Cerebral Metabolic Rate of Oxygen Utilization

der zerebrale Sauerstoffverbrauch also. Metabolisch insofern, als dieser parallel mit der Glucoseumsetzung einhergeht.

Normalerweise liegt er in Ruhe bei etwa:

CMRO2 = 3,3 ml/100g/min

Gehen wir mal von durchschnittlich knapp 3 Pfund Hirn aus, so entspricht das etwa 20% des Ruhebedarfs (1500 g Gehirn verbrauchen knapp 50 ml/min von den etwa 250 ml Gesamtsauerstoffruhebedarf mit 3,5ml/kg/min und 70 kg)

CMRO2 und zerebraler Blutfluss (CBF) sind annähernd linear gekoppelt, der Ruheblutfluss im Liegen bei einer CMRO2 von 3,3 ml/100g/min liegt bei etwa:

CBF = 50-55 ml/100g/min

oder 700-900 ml pro Hirn und Minute.

Wissen sollte man noch, dass unter 18-20 ml Blut/100g Hirngewebe/min den Neuronen das Licht aus und die Integrität verloren geht – Zelltod also…

So, dann ist das ganze auch noch temperaturabhängig. Liegt der reguläre Hirnblutfluss bei 37°C bei 100% und seine baseline mit 10% bei 17° dann wünschte man sich eine hübsche lineare Darstellung. Pech. Initial fällt das ganze um linear um etwa –7% pro 1°C, bei 27°C und knapp 30% (100% – 10°C * 7% und so) flacht das Ganze dann etwas ab und erreicht o.g. baseline.

Für uns noch interessant gerade beim SHT ist der Einfluss der Narkotika auf CBF (Zerebraler Blutfluss) und CMRO2:

  • CBF & CMRO2 steigernd: Ketamin (in Abhängigkeit vom CO2/ Ventilation) und N2O/Lachgas
  • CBF & CMRO2 senkend: Propofol, Benzodiazepine, Etomidate und Barbiturate
  • CBF steigernd und CMRO2 senkend: fluorierte Inhalativa (Desfluran, Sevofluran, Isofluran, Halothan) – über einer MAC von 1,5 zerschießen wir übrigens jede Autoregulation.

Kety et al. – The nitrous oxide method for the quantitative determination of cerebral blood flow in man: theory, procedure and normal values. J. clin. Invest. 27, 4-76 (1948)

Lassen et al. – Mental function and cerebral oxygen consumption in organic dementia. Arch. Neurol. Psychiat. 77, 126 (1957)

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