GCS

Es gibt kaum ein Scoring-System, das mir mehr auf den Keks geht als der GCS… keine Ahnung warum… deshalb wird das hier aber ein kurzes Unterfangen. Zurück geht das Ganze auf folgenden Artikel von Teasdale und Jennett aus dem Jahr 1974

Lancet 1974 Jul 13;2(7872):81-4 – Teasdale/ Jennett – Assessment of coma and impaired consciousness. A practical scale. PMID: 4136544 DOI: 10.1016/s0140-6736(74)91639-0

Graham Michael Teasdale und Bryan Jennett waren schottische Neurochirurgen. Und auch wenn man angesichts der kulinarischen Landschaft, die sie umgab an toxische Einflüsse mit torfigem Abgang denken mag, bezog sich ihr System auf traumatische Hirnverletzungen, bzw. konsekutive Bewusstseinsstörungen.

Letztlich dient das Ganze auch heute noch zur Einschätzung und Dokumentation einer Bewusstseinsstörung v.a. nach Schädelhirntrauma… dafür ist der auch ausreichend validiert… der GCS kommt aber überall zum Einsatz, wo man z.B. intensivmedizinisch den Bewusstseinszustand bestimmen will. Kann man machen… muss man aber nicht… siehe Richmond Agitation and Sedation Score etc…

Wir beurteilen 3 Qualitäten des Bewusstseins

  • Augen öffnen
  • Beste verbale Antwort
  • Beste Motorische Antwort

Es werden mindestens je 1 Punkt, maximal gesamt 15 Punkte erreicht. Vergeben werden je 4, 5 und 6 Punkte maximal

  • Augenöffnen
    • spointan – 4 Pkt
    • auf Ansprache – 3 Pkt
    • auf Schmerzreiz – 2 Pkt
    • nicht – 1 Pkt
  • verbale Antwort
    • orientiert und gezielt – 5 Pkt
    • desorientiert, unzusammenhängend – 4 Pkt
    • Einzelworte, Wortsalat – 3 Pkt
    • averbale Laute – 2 Pkt
    • nicht – 1 Pkt
  • motorische Antwort
    • gezielt auf Aufforderung – 6 Pkt
    • gezielt auf Schmerzreiz – 5 Pkt
    • ungezielt auf Schmerzreiz – 4 Pkt
    • Beugesynergismen – 3 Pkt
    • Strecksynergismen – 2 Pkt
    • nicht – 1 Pkt

Schön wäre es, würde man die Qualitäten nachvollziehbar dokumentieren… zum Beispiel 13 (3/4/6).

Die Rahmenbedingungen und medikamentösen Einflüsse sind natürlich relevant… der KetaDormand, den wir gerade unter verrückten Träumen aus dem Autowrack geholt haben, ist anders zu beurteilen, als der unterlegene Ehemann im heimisch eskalierten Ehestreit mit dem Spaltkeil in der vorderen Schädelgrube. Aber dennoch hat das ganze gerade in der Verlaufsbeurteilung von Bewusstseinszuständen seine Berechtigung.

Hinsichtlich Schädelhirntrauma ist eine GCS-basierte Schweregradeinteilung gängig.

  • leichtes SHT bis 13 (13-15)
  • mittelschweres SHT 12-9
  • schweres SHT unter 9 (3-8)

Es gibt viele wunderbare Merkhilfen, wie z.B. „Ab der Sieben, Tubus schieben“, „Heisst es Acht, sag Gut Nacht“… letztlich geht es da um SHTler und um klinische Einschätzungen… ich verlass mich lieber auf Bauchgefühl, klinischen Status, Reflexe und Erfahrung…

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