Propofolallergie die Zweite

In einem älteren Beitrag hatte ich mich über ein Papier der ÖGARI und die Zusammenhänge von Allergien gegenüber Ei, Soja und Erdnüssen und möglichen Kreuzallergien ausgelassen.

Asserhoj, Mosbech, Kroigaard und Garvey von der Universität Copenhagen haben sich genau diese Interaktionen im Hinblick auf Eilecithin und Sojaöl genauer angesehen. Insgesamt handelt es sich bei der Propofolallergie um ein seltenes Geschehen. Das Paper nennt eine Inzidenz der genuinen Propofolallergie (also so mit Tryptase und IgE) von 1 : 60000 Exponierten.

Zunächst sahen sie sich eine Gruppe von Patienten mit vermuteten intraoperativen allergischen Reaktionen an. Diejenigen welche Propofol erhalten hatten, unterzogen sie intrakutanen und intravenösen Provokationstests. Nur 4 von 153 (2,6%) der Propofolexponierten zeigten eine Propofolallergie, keiner davon jedoch eine allergische Reaktion auf die perorale Aufnahme von Ei, Soja oder Erdnüssen oder messbare Titer von ei- oder sojaspezifischen IgE.

In einer weiteren Gruppe wurden retrospektiv Patienten mit bekannten IgE gegen Ei, Soja oder Erdnüsse nach Propofolexposition erfasst. Von den Rückläufern zeigte keiner Zeichen allergischer Reaktion auf Propofol.

Die Conclusio der Arbeitsgruppe ist also, dass die gegenwärtige Praxis alternativer Einleitungsverfahren bei Patienten mit Allergien auf Ei, Soja oder Erdnüsse überdacht werden muss.

Asserhoj, Mosbech, Kroigaard, Garvey – No evidence for contraindications to the use of Propofol in adults allergic to egg, soy or peanut – British Journal of Anaesthesia, 116 (1):77-82 (2016), doi: 10.1093/bja/aev360

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