Nebenbei: Blutdrücke und Fahrradschläuche?

Mal wieder etwas an sich logisches, das man sich nie bewusst macht… aus einem Telefonat heraus ergab sich die Aussage 120/60 mmHg das sei ja eigentlich ein läppischer Druck und auch 200/100 mmHg sei ja am Alltag gemessen nichts. Ja… da steht man erstmal da, zückt den Block (ich bin ein analoges Fossil) und schreibt mal auf

  • 1 mmHg = 1,33 mbar
  • 1 mbar = 0,75 mmHg (= 1 cm Wassersäule)

120/60 mmHg entspricht also etwa 160/80 mbar, 200/100 mmHg etwa 270/ 135 mbar… übrigens damit in Normotonie einer etwa mannshohen Wassersäule.

‚Aha…‘- denkt sich der Leser… ‚…und jetzt?‘

Nun, ein Fahrradreifen hat je nach Typ so 2 bis 10 bar… jetzt ohne Milli-… also entsprechend 1500 bis 7500 mmHg… Systolisch bewegen wir uns also 1 bis 2 Zehnerpotenzen höher als der Blutdruck… und so ne Wassersäule mit 10 bar, also 10000 mbar wäre demnach 100 m hoch…

Umgekehrt darf man sich bewusst machen, dass sehr kleine flächige Drücke ausreichen, um die Gewebeperfusion zu unterbinden… ein Beispiel? Der Cuff des Alltagstubus… maximal 28-30 mbar… entsprechend 21-22,5 mmHg… das entspricht der durchschnittlichen Tauchtiefe von Pasta im hohen Nudeltopf – reicht bei Steigerung für unterbundene Kapillarperfusion und Nekrose. Falls man also im Akutfall mal nen Fahrradschlauch als aufblasbaren Tourniquet benutzen wollte oder etwas mit nem Ballonkatheter tamponiert: wenig reicht… und im klinischen Setting reicht oft wenig strategisch platzierter Druck für einen ausreichenden Effekt! Und anästhesiologisch lässt sich der Beatmungsdruck/ Arbeitsdruck eines Manuvent etwas besser einordnen… unter W wie Whaaaaaaaat?

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