Tachyphylaxie vs. Toleranz

Tachyphylaxie am Beispiel des Ephedrins: die wiederholte Gabe findet immer weniger Wirksubstanz zum release vor

Tachykardie und Intoleranz kennt man ja durchaus, wenn man den gesammelten BS eines modernisierten Zahnbaders in Verbildung lang genug über sich hat ergehen lassen müssen… und zack hat man wieder Dunning-Kruger auf den Lippen… aber eigentlich geht`s uns ja um ganz was andres.

Da spritzt man also ein Medikament und es zeigt Wirkung oder nicht. Bei der Wirkabschwächung über die Zeit bei repetitiver Gabe gibt es mehrere Möglichkeiten, woran es pathophysiologisch liegen könnte. Die wesentlichen Inhalte, die man z.B. für ein Examen mit ständig wechselndem Titel parat haben sollte, sind Tachyphylaxie und Toleranz als pharmakologische Begrifflichkeiten.

Also Toleranz zeigt sich als zunehmender Wirkverlust einer Substanz bei wiederholter oder anhaltender Gabe über längere Zeit, ist also eine Verschiebung der Wirkschwelle hin zu höheren Konzentrationen oder Dosen. „S`brucht immer meh“. Das Phänomen zeigt sich auf unterschiedlichen Ebenen. Die Basis der zunehmenden Toleranz kann eine Enzyminduktion sein, eine downregulation von Rezeptoren, eine Inaktivierung eines intrazellulären Signaltransduktionsweges – letztlich also eine Beschleunigung von Prozessen der metabolischen Umsetzung oder der Herabsetzung der Transduktionsgeschwindigkeit innerhalb einer Wirkkaskade. Wir brauchen also immer mehr Wirkstoff, dieser zeigt aber immer weniger Wirkung. Toleranz als Begriff zielt also auf die Endstrecke einer Wirkkaskade. Toleranzentwicklung ist ein langsamer Prozess, er misst sich in Stunden bis Tagen und hält in der Regel längerfristig an. Ah, ein Beispiel wäre die Rezeptorupregulation unter Betablockade oder die Wirkverminderung verschiedener Pharmaka nach Cytochrom P450-Induktion.

Tachyphylaxie ist ein zügiger Wirkverlust bei repetitiver Gabe eines Pharmakons z.B. durch Speicherentleerung von Serotonin oder Noradrenalin. Typische Vertreter der Tachyphylaxie sind indirekte Sympathomimetika wie Ephedrin. Sie führen zu einer Entleerung von Noradrenalin und Adrenalin und darüber zu v.a. Vasokonstriktion. Es kommt bei wiederholter Gabe zu einer Verarmung an der eigentlichen Wirksubstanz – banal gesprochen: Wirkung, bis nix mehr da ist. Sind alle Vesikel entleert, gibt`s auch keine Wirkung mehr. Wichtiges Stichwort hier: tachy – also zügig, schnell. Bereits mehrfache gesattelte Gaben von Ephedrin führen zu einer merklichen intermittierenden Wirkungsabschwächung. Tachylaxie misst sich in Minuten bis Stunden.

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