Mal wieder was Banales – Gefässpunktion mit US

  1. Relativ zur Mitte des Gefässquerschnitts

So ein Gefäss -unabhängig davon ob Arterie oder Vene – ist ja ein dreidimensionales Gebilde. Das macht die Punktion mitunter nicht ganz so banal. Noch weniger im Ultraschall. Ein paar Ideen wie man sinnlose Unbill vermeidet:

Man mache sich bewusst, dass man zunächst einmal eine kurze und eine lange Achse darstellen kann, soll heissen: einmal schneiden wir unser Gefäss quer zu seiner Verlaufsrichtung und haben einen mehr oder minder runden Anschnitt, einmal schneiden wir es längs und stellen seinen Verlauf als etwa quaderförmigen länglichen Anschnitt dar. Für die Punktion aber ist es wichtig sich klarzumachen, wo innerhalb des Gefässes unsere Schallebene liegt. Oben erkennt man, dass in der langen Achse zwar in allen drei Fällen A/B/C ein Gefäss dargestellt wird, im Fall C ist die Fehllage von Nadel oder Venüle oft schon vorprogrammiert, ohne, dass man das primär im Längsschnitt einmal erkannt hätte. Was tun? In der langen Achse das Bild so einstellen, dass die Gefässhöhe maximal wird (also „A“), d.h. die Schallebene in die Mitte des Gefässes platzieren.

2) Relativ zum weiteren Verlauf

So ein Querschnitt ist ja schön und gut, die Fage ist nur wie verläuft er zum Gefäss und biegt selbiges irgendwo direkt danach oder davor ab.

abbiegende Gefässe

Wenn wir nun hier in unser Gefäss stechen, das ganze auf Ebene A, dann sieht die Punktion im Querschnitt oben wie unten identisch aus. Wenn wir unsere Nadel oder den Katheter aber in Längsachse vorschieben, ohne uns klar zu machen, was hinter der Schallebene geschieht, dann liegt nachher im unteren abbiegenden Gefäss alles para („C“), obwohl das Schallbild nichts dergleichen vermuten liesse. Bei Punktionen den Gefässverlauf also über das ganze Zielgebiet (zumindest Nadellänge) vorher visualisieren. Idealerweise die Nadelspitze immer im Blick haben, also, den Schallkopf mitbewegen.

3) Relativ zur Längsachse

Wenn wir so ein Gefäss im Querschnitt anschauen, können wir den Schallkopf dazu unterschiedlich verkannten. Idealerweise steht er rechtwinklig auf der Längsachse wie in „A“. Tut er das nicht verschiebt sich im idealrunden Querschnitt das ganze zur Ellipse (A -> B). Bei der Punktion kann man dann durch die Zielachsenabweichung die Nadel beim Vorschieben wieder durch die Gefässwand para punktieren. Die Punktionsachse parallel zur Gefässachse einstellen, d.h. die Schallebene 90° auf die Gefässachse stellen.




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