Knoten drauf und gut… (Tubusfixation)

Gemeinhin kleben wir unseren Patienten ja bei jeder Vollnarkose eine… und zwar eine Lage Tubuspflaster ins Gesicht. Wenn aber nun jemand z.B. dank Novalgin profus schwitzt oder wir sicher sein wollen, dass der Tubus hält, z.B. bei absurden Bauchlagerungen über mehrere Stunden, dann ist manchmal ein Fixieren mittels Knoten eine gute Alternative, ggf. aber auch zusätzliche Sicherung. Thomasholder und ähnliche Klemmapparaturen halten zwar einigermassen, sind aber potentielle Garanten für Druckstellen und anwenderbedingte Komplikationen.

Wie binden wir nun den Tubus ein?

Man nehme:

Ein Stück weitgehend unelastisches Mull (oben sieht man einen extra für die Fixation vorgesehenen Mull“schlauch“) etwa in doppelter Länge des Unterarms, Mullstücke zum Unterlegen druckstellengefährdeter Weichteilbereiche (v.a. Mundwinkel), einen Tubus, einen handelsüblichen Patienten.

Was tun wir?

Wir legen das Mullstück doppelt. Führen die entstehende Schlaufe unter dem Tubus durch und ziehen die Enden durch das entstehende Auge. dann führen wir ein Ende unter dem Patientenkopf hindurch und verknoten das ganze mit einem brauchbaren Knoten, den wir nachher auch wieder aufbekommen für eventuelle Korrekturen. Ein Schleifchen wäre angemessen. Cave: das ganze nicht zu satt anziehen, gerade im Mundwinkel gibt`s schnell Rhagaden und Druckstellen, besonders nach 6 Stunden Thoraxchirurgie. Der besonders satte Zug mit chirurgischem Unterarm könnte zumindest theoretisch das Tubuslumen engen oder schließen – sanft mit anästhesiologisch dosierter Kraft zuziehen!

Mull ist ganz brauchbar, weil er auch nass noch Reibungswiderstand genug bietet, um nicht rutschig zu werden und außerdem billig verfügbar ist. Zur Not lässt sich das Ganze mit einer Schere schnell lösen.

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