Der klassische Fussblock

FussblockIn einem nun schon etwas älteren Artikel, haben wir den Handblock abgehandelt, der oft typischerweise leider von den Kollegen der Handchirurgie selbst angelegt wird, so dass wir als Anästhesisten kaum je wirklich eine Expertise entwickeln können. Der Fussblock hingegen fiel zumindest in meiner bisherigen Erfahrung eher in unser Aufgabengebiet. Hier nun eine einfache und zügige Version für den ambulanten Alltag.

Sensibel wird der Fuss von 5 Nerven versorgt.

  • N. tibialis (N. ischiadicus) – als Nn. plantares med et lat & R. calcaneus
  • N. fibularis superficialis (N. ischiadicus)
  • N. fibularis profundus (N. ischiadicus)
  • N. suralis  (N. ischiadicus)
  • N. saphenus (N. femoralis)

Wir merken uns:

1) der N.tibialis versorgt fast die komplette Sohle (medialer Fussrand (etwa mittleres Drittel: Saphenus, lateraler fersennaher Fussrand: Suralis)

2) Der N. fibularis superficialis versorgt fast den gesamten Vorfuss (Interdigitalraum I/II: Fibularis profundus, lateraler Sohlenrand ab der Ferse: Suralis, Innenknöchel: Saphenus)

Beim klassischen Fussblock erfolgt zunächst eine Intumeszenz-LA zirkulär subcutan oberhalb des Sprunggelenkes, wir legen sozusagen ein subcutanes LA-Band von hinter dem Aussenknöchel (wo der Suralis zum lateralen Fussrand absteigt) über den Übergang von lateralem zu medialem Unterschenkel (wo der Fibularis sich verzweigt) bis zur medialen Fläche der Tibia und dem Bereich vor dem Innenknöchel (wo der Saphenus absteigt).

Dann erfolgt die tiefe Infiltration zum N. tibialis hinter und leicht oberhalb des Innenknöchels und zuletzt die tiefe Infiltration zum Fibularis profundus mit der Arteria dorsalis pedis als Leitstruktur.

Leider sind es bei dieser Technik mindestens 3 Einstiche und für den LA-Wall benötigt man grössere Mengen LA.

We läuft wo?

  • Tibialis – hinter dem Malleolus medialis tibiae durch dan Tarsaltunnel zur Sohle
  • Fibularis superficialis – entlang des Rists verzweigt auf dem Vorfuss
  • Fibularis profundus – medial und unter der A. dorsalis pedis am Rist
  • Suralis – lateral am Rand der Achillessehne hinter dem Malleolus lateralis fibulae zum lateralen Fussrand
  • Saphenus – medial entlang der Tibia vor dem Innenknöchel und teilweise bis zum Grosszeh
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Ein Kommentar

  1. Menschenfreundliche Anästhesisten geben vor Anlage des Hautwalls z.B. 2 mg Midazolam und 20 bis 30 mg Propofol. Die Wasserdissektion tut nämlich oft tierisch weh! Der N. fibularis profundus bzw. seine Begleitarterie lässt sich meist nach proximal bis zum Gelenk verfolgen, in einen Bereich, der durch den Hautwall schon anästhesiert ist und kann auch dort zuverlässig blockiert werden. Benutzt man für den N. tibialis seinen Nervenstimulator, kann dieser unter dem Hautwall (also ziemlich proximal) aufgesucht werden, was erstens weniger weh tut und zweitens den Fersenast des Nerven, der normalerweise etwa auf Höhe der „klassischen“ Injektionsstelle abzweigt recht zuverlässig mitbetäubt. Ich habe auch das Gefühl (mir ist keine Evidenz dazu bekannt), dass man weniger Lokalanästhetikum benötigt.

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