Epidurale 2 – Pro/ Contra

Illu_epidoralraumUnter den“ Pros“ der PDA ist klar die bei guter Lage hervorragende Analgesiequalität zu nennen. Damit einhergehend zeigt sich ein reduzierter Sympathikotonus mit Auswirkungen („Organoprotektion“) auf

  • die gastrointestinale Motilität, mit früher einsetzender Peristaltik
  • die pulmonale Funktion: die frühe Mobilisierbarkeit der Patienten mit verbesserter Atemmechanik führt zu besserer Ventilation und in der Folge zu einer geringeren Inzidenz von Atelektasen und v.a. zu einem Absinken der  Pneumoniewahrscheinlichkeit. Dies lässt sich insbesondere bei pulmonal Vorerkrankten zeigen.
  • Geringere kardiovaskuläre Belastung, geringere Inzidenz von Herzrhythmusstörungen, ACS und Myokardinfarkt

Insgesamt scheint sich die Anwendung der PDA bei großen Eingriffen positiv auf die Mortalität auszuwirken.

Durch den reduzierten Bedarf an systemischen Opioiden und NSAR unter PDA kommt es zu einem signifikanten Absinken opioid-/NSAR-assoziierter Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Erbrechen, Atemdepression, gastrointestinalen Blutungen, u.ä..

Hauptargument gegen die PDA sind Blutungen und direkte Nervenschädigungen mit sensorischen oder motorischen Defekten bis hin zum bleibenden Querschnitt. Die Häufigkeit epiduraler Hämatome liegt bei etwa 1:10000, nach neueren Zahlen vermutlich gerade in der Geburtshilfe mit um 1:100000 deutlich niedriger. Intraspinale Abszesse treten etwa bei 1:4000-1:7000 Patienten auf. Aufgrund der deletären funktionalen Folgen ist insbesondere die Anamnese hinsichtlich Gerinnungsaktiva (Kurztabelle Antithrombotika und rückenmarksnahe Regionalverfahren) und Gerinnungsstörungen relevant, ein streng steriles Vorgehen bei der Anlage sollte ohnehin selbstverständlich sein. Die explizite standardisierte Gerinnungsanamnese ist Pflicht vor Anlage und im Hinblick auf den Zug des Katheters. Immunsuppression ist per se kein Gegenargument zur PDA, es bedarf aber individueller Abwägung.

Direkte Nervenschädigungen zeigen sich nur am wachen Patienten, so dass zur frühen Detektion die Anlage am wachen Patienten obligat erscheint.

Zu den weiteren Nebenwirkungen sind Gangunsicherheit mit Sturzgefahr bei inadäquat ausgebreiteter PDA zu nennen, Hypotonie, insbesondere bei Hypovolämie, die sekundäre Dislokation des Katheters mit Wirkverlust oder bei vasaler Lage Zeichen der Lokalanästhetikaintoxikation. Allergien sind möglich.

 

Die Grafiken/ Bilder wurden uns freundlicherweise von der PAJUNK® GmbH … zur Verfügung gestellt.

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