Kinderanästhesie 8 – Volumentherapie

20180413_095903Ich befürchte, im Moment sind die Artikel wirklich zu lang, man verliert die Lust „mal eben“ zu lesen. Kinderanästhesie verführt auch ein wenig zum ausufernden Schreiben. Nun, ich bemühe mich, die Basics in Zukunft wirklich kurz zu halten.

Was ist da? Blutvolumina!

  • Neugeborenes 95 ml/kg
  • KK /SS 75-85 ml/kg
  • Erw. 70 ml/kg

Der EZR hat einen größeren Anteil, das Blutvolumen ist höher im Bezug zum Körpergewicht. Stoffwechselrate und Flüssigkeitsumsatz sind im Vergleich zum Erwachsenen gesteigert.

Damit besteht eine Neigung zu relativer Hypovolämie und Hypoglykämie. Oft unterschätzt man den Volumenverlust (nicht nur Blut!) und es kommt zu an sich vermeidbaren hypovoläm bedingten Hypotonien bis Kreislaufstillständen!

Hyponatriämie durch inadäquate Volumentherapie ist eine dauernde Bedrohung, enstsprechend sollte der Natriumgehalt der Infusionslösung physiologisch sein. Um hyperchlorämische Dilutionsazidosen zu vermeiden werden statt NaCL 0,9% balancierte, bzw. plasmaadaptierte Lösungen  unter Zusatz von Acetat, Malat (für FG/ NG nicht Lactat!) – also von Kindern zu Bicarbonat verstoffwechselbaren Anionen – verwendet.

Der Neigung zur Hypoglykämie wird durch Zusatz von Glucose ad 1% begegnet. Dies genug zur Wahrung der Homöostase, ohne die Gefahr einer Hyperglykämie selbst bei hoheren Flußraten.

Was wird infundiert? Volumenberechnung:

Für Kinder ab der Säuglingsperiode gilt die 4-2-1-Regel :

Intraoperativer Volumenbedarf :

  • 4ml/kg/h für jedes der ersten 10 kg
  • + 2ml/kg/h für jedes Kilo von 11 bis 20 kg
  • + 1 ml/kg/h für jedes weitere Kilo über 20 kg

(30 kg Kind: 4×10+2×10+1×10=70 ml/kg/h einer Na-adaptierten 1% Glc.-Lsg).

Hierbei ist zur Vermeidung akzidentieller Überinfusion v.a. bei kleinen Kindern ein Perfusor zu verwenden!

Akuter Volumenmangel:

  • initial „10er Regel“ (dann individuell und bedarfsadaptiert!)
    • Kristalloide init. 10-20 ml/kg volume challenge, ggf. 2x wiederholen
    • Kolloide 10 ml/kg
    • EK 10 ml/kg (Hb +3 g/dl)
    • TK 10 ml/kg (Thc +20-50/nl)

Als Erfolgskontrolle dient der direkte Anstieg des MAD, cave: Narkosetiefe adäquat? Hypoxie ausgeschlossen bei Bradykardie?

 

Ich hoffe, der Kritikpunkt „In der Kürze liegt die Würze“ wurde ausreichend gewürdigt?

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