Warum kommt es bei der Recurrensparese zur Ateminsuffizienz?

Letztlich führt der Verlust der Innervation zu einer Muskelerschlaffung. Man würde also keinen aktiven kräftigen Verschluss der Stimmlippen erwarten. Warum kommt es dann aber zu einer Atemerschwernis? Die Antwort kommt aus der Anatomie.

Die Innervation erfolgt durch den Ramus externus des N. laryngeus superior und inferior (Jeweils X). Nur ein einziger Muskel öffnet die Glottis aktiv,  der M. crycothyroideus posterior („Posticus“), der ebenfalls von einem Ast des N. recurrens, dem N. laryngeus inferior innerviert wird.

Ein Ausfall der Kehlkopfinnervation führt zu einer erschlafften Paramedianstellung beider Stimmlippen, gelegentlich liest man wenig schmeichelhaft „Kadaverstellung“. Zum einen verengt dies die Glottisöffnung, zum anderen kommt es durch Ansaugen der erschlafften Stimmlippen zu Turbulenzen, die ein kräftiges Einatmen erschweren. Aufgrund des mangelnden Verschlusses sind Aspirationen häufig.

Die Spannung über den Cricothyroideus ist vernachlässigbar und führt allenfalls zu einer weiteren Glottisverengung.

…oder so… man frage den Kollegen der HNO…

PS eine chronische beiderseitige Recurrensparese führt übrigens aufgrund der Involution kaum zu Stridor und Atemhindernis.

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