Jemandem richtig auf die Nerven gehen – Neurostimulation zur Nervenlokalisation

Prinzipiell gibt es im Rahmen der Regionalanästhesie zwei Möglichkeiten, Nerven zu lokalisieren. Die Visualisiserung mittels Ultraschall und die Neurostimulation mittels Reizstrom via entsprechende Neurostumulationskanülen (z.B. braun Stimuplex®). Beide Verfahren lassen sich ergänzend einsetzen.

Das Prinzip der Neurostimulation ist das Aufsuchen des gesuchten Nerven mittels Reizstrom. Kommt die Nadel mit ausreichender Stromstärke in die Nähe des Nerven, lösen die elektrischen Impulse eine Depolarisation aus, es kommt zu Parästhesien im Innervationsgebiet, resp. Muskelzucken in der Kennmuskulatur.

Die aktive Stromstärke und damit die Kontraktionsstärke ist abhängig von der Entfernung zum Nerv, nämlich umgekehrt proportional zum Abstandsquadrat. Je näher desto stärker die Kontraktion.

In der Praxis besitzt das Neurostimulationsgerät (wir verwenden den braun Stimuplex HNS 11®) zwei Ausgänge, die Anode wird über als Hautelektrode nah am Stimulationsort aufgeklebt, die Kathode wird via Klinkenstecker mit der Nadel verbunden. Aufgrund des Aufbaus ist eine Verwechslung nicht möglich.

Nach Einstich in die Haut lässt sich das Stimulationsgerät wie folgt einstellen:

  • Stromstärke – wie erwähnt erlaubt die zur Kontraktionsauslösung benötigte Stromstärke eine Aussage über den Abstand zum Nerv. Wir beginnen meist im Bereich um 1 mA (Einstellungsbereich nach Wahl 0-1 mA und 0-5 mA) und tasten uns so nah an den Nerven heran, dass 0,3-0,5 mA gerade noch eine Kontrktion auslösen. Achtung:
    • Diabetiker und andere Patienten mit Polyneuropathien benötigen ggf. höhere Stromstärken.
    • Im Bereich unter 0,3-0,5 mA besteht die Gefahr intraneuraler Nadellage und damit die potentielle Gefahr einer Nervenschädigung! Zielbereich Stromstärke: (0,3-)0,5 mA
  • Impulsdauer – Es werden Rechteckimpulse der Wahlbreite 0,1-0,3 ms oder 1 ms abgegeben. Aufgrund unterschiedlicher Erregungsschwellen der verschiedenen Nervenfasertypen ist es möglich motorische Nerven (Aα) gezielt mit einer Impulsdauer von 0,1-03 ms zu erregen, ohne eine wesentliche sensible Antwort (Aδ/C – Schmerz!) auszulösen. Suchen wir einen rein sensiblen Nerven auf, so verwenden wir die Impulsdauer 1 ms.
  • Stimulationsfrequenz – am Stimuplex HNS 11® besteht die Möglichkeit der Frequenzwahl mit 1 Hz und 2 Hz. Je höher die Frequenz desto besser die Auflösung, bzw. Ortgenauigkeit (mehr Pulse pro Strecke/ Zeiteinheit), aber desto unangenehmer für den Patienten.

 

  • Unsere Standardeinstellung Stimuplex HNS 11® 
    • Stromstärke 0,00-1,00 mA
    • Impulsdauer 0,1 ms
    • Frequenz 0,1 Hz

 

stimuplex-hns-12

https://www.bbraun.de/de/products/b1/stimuplex-hns-12.html
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