Tranexamsäure bei Operationen an tPA – reichen Organen [0001]

Bei Operationen an tPA-reichen Organen (tPA – tissue Plasminogenaktivator, also Gewebethromboplastin) sollte man frühzeitig an die Möglichkeit einer Hyperfibrinolyse denken.

Verabreicht werden 1-2g Tranexamsäure oder Cyclokapron. Dies entspricht einer Dosierung von 15-20 mg/kg. Ggf. kann eine anschliessende kontinuierliche Gabe erwogen werden.

Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Lungenembolie- oder Thromboseanamnese, bei Epilepsie und bei Z.n. Stents innerhalb der ersten 6-12 Monate.

tPA-reiche Organe:

  • Pulmo
  • Pankreas
  • Prostata
  • Uterus
  • Blase
  • Gehirn
  • Nebenniere

tPA aktiviert direkt (als Serinprotease) Plasminogen zu Plasmin. Selbiges bindet an Fibrin(ogen) und spaltet dieses.

Tranexamsäure blockiert die Lysinbindungsstelle des Plasminogens für Fibrin. Dadurch kann keine Fibrinbindung erfolgen, die zur Bindung des Plasminogenaktivators nötige Konformationsänderung findet nicht statt, es kommt nicht zur Aktivierung, die Fibrinolyse bleibt aus. Gerade in der Geburtshilfe (Sectio!), Urologie (Prostata!) und Neurochirurgie muss man bei diffusen Blutungen früh hellhörig werden.

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