Sauerstoffangebot und -Nachfrage in a (coco)nutshell…

Der erwachsene Mensch braucht etwa 3,5 ml/kg/min Sauerstoff in Narkose (also Ruhe) und normtemperiert… ergo etwa 250 ml/min

Der ‚wirksame‘ Sauerstoff drückt sich über den Partialdruck aus… als Gas unter Gasen beträgt nach Dalton der Partialdruck des Sauerstoffs in den Atemwegen:

PiO2= FiO2 x (760 mmHg – 47 mmHg)

760 mmHg ist davei der Umgebungsdruck, 47 mmHg ist Ausdruck des Wasserdampfs im gesättigten System der menschlichen Atemwege!

In der Alveole wird Sauerstoff gegen Kohlendioxid ‚getauscht‘, der respiratorische Quotient gibt an, in welchem Verhältnis die Alveole weniger Sauerstoff enthält als inspiratorisch angeboten wird.

PAO2 = PiO2 – PaCO2 /RQ

Der PaCO2 steht auf unserer BGA und beträgt hoffentlich ca. 35-45 mmHg. Der RQ liegt bei etwa 0,72 beim Gemischtköstler. Vereinfacht entspricht der alveoläre dem arteriellen Sauerstoffpartialdruck.

PAO2 = PaO2

Kommt der Sauerstoff nicht da an wo er hin soll, kann er nicht wirken, also braucht’s Vehikel (Erys/Hb) und ein Maß für den Fluß (HZV).
Den Hb verrät uns der Laborzettel in [g/dl].
Dann denken wir an Herrn Hüfner und seine wunderbare Zahl (1,34 ml/g), die uns sagt, wieviel ml Sauerstoff ein Gramm Hämoglobin maximal transportieren kann.
Das Pleth verrät uns mit der Sättigung wie weit beladen ist.
Die im Alltag meist ignorable physikalische Löslichkeit schreiben wir ab… und schon errechnen wir gekonnt den Sauerstoffgehalt des Blutes unsres Patienten…

CaO2 = SiO2 x Hb x 1,34 + paO2 x 0,0031 [1/mmHg*ml/dl]

Normwert CaO2: 18,6-20,4 ml/dl

Nun noch mit dem Herzzeitvolumen (HFxSV, SV ca. 70 ml) multipliziert (Achtung Einheiten! dl vs. ml), et voilà: das Sauerstoffangebot beträgt etwa 1000 ml/ min beim Erwachsenen und übersteigt damit den Bedarf um das knapp 4fache…

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